Philosophiestudium und Berufsleben

Dieses Dokument wird regelmäßig aktualisiert.

Philosophie – ein Wachstumsfach

Die Anzahl der Philosophie-Abschlüsse, die an deutschen Hochschulen pro Jahr gemacht werden, hat sich von 1992 bis 2011 mehr als verdreifacht, und dies, obwohl die Studierendenzahlen im Fach in dieser Zeit zurückgegangen sind und erst seit 2008 wieder steigen. Philosophie wird längst nicht mehr so viel wie früher als »Lückenbüßer« oder »Parkfach« studiert. Gleichzeitig stagniert die Anzahl der Promotionen, und selbstverständlich bleiben auch nicht alle promovierten PhilosophInnen an der Hochschule. (Unter den studierenden Mitgliedern der DGPhil, denen sicher eine besondere Nähe zum Hochschulbetrieb unterstellt werden darf, möchte ca. ein Drittel keine akademische Laufbahn einschlagen.) Ebenso wie in den anderen geisteswissenschaftlichen Fachbereichen darf zudem davon ausgegangen werden, dass viele Lehramtsstudierende sich gegen den Schuldienst entscheiden.

Es stellt sich also berechtigtermaßen die Frage, die alle Philosophie-Studierenden bestens kennen:

Was wollen die später einmal damit machen?

Die Deutsche Gesellschaft für Philosophie setzt sich mit diesem Thema seit 2013 näher auseinander und möchte ihre Aktivitäten, um Philosophiestudierende den Arbeitsmarkt, aber vor allem auch dem Arbeitsmarkt die Philosophie-AbsolventInnen nahe zu bringen, laufend verstärken. 

So wurde eine kleine Studie zum Thema erstellt sowie am 1. Februar 2014 in Marburg ein erster Informationstag zum Thema »Philosophiestudium und Berufseinstieg« abgehalten. Studie und Informationstag wurden vorbereitet von unserer ehemaligen Praktikantin Francesca Merz (TU Darmstadt), der wir an dieser Stelle nochmals herzlich danken möchten.

Die Lage, kurz und bündig 

  • Philosophie ist ein anspruchsvolles und selektives Studienfach, das hoch qualifizierte AbsolventInnen hervorbringt. Die Kernkompetenzen nach einer philosophischen Ausbildung sind exzellente Beherrschung der Sprache (insbesondere Schreiben auf wissenschaftlichem Niveau, was eine rare Ressource darstellt), Argumentationskönnen, präzises terminologisches und definitorisches Denken, breite und interdisziplinär offene Bildung und vieles andere mehr.
  • Immer mehr PhilosophInnen sind in Deutschland erwerbstätig (mittlerweile vermutlich über 50.000).
  • Wer Philosophie studiert, hat ein Arbeitslosigkeitsrisiko, das mit ca. 7,5 % deutlich über dem Mittelwert unter AkademikerInnen (2,4 %) und mittlerweile auch über dem allgemeinen Mittel liegt.
  • Dies liegt allerdings auch daran, dass der Berufseinstieg nach dem Philosophiestudium typischerweise zäh und langwierig ist (3–5 Jahre bis zur befriedigenden, dauerhaften Beschäftigung) und zahlreiche Übergangsphasen den Schnitt hochtreiben.
  • Wer Philosophie studiert, sollte sich Zusatzqualifikationen (beispielsweise in der IT oder in der Wirtschaftslehre) aneignen, Auslands- und Praxiserfahrungen erwerben und offen für ungewöhnliche Betätigungsfelder sein.
  • Mögliche Beschäftigungen mit einem Philosophieabschluss reichen von den »Klassikern« wie journalistischen und Verlagstätigkeiten über die gesamte Kultur- und Medienwirtschaft bis hin zu anspruchsvollen Aufgaben mit hoher Verantwortung, teils auf Führungsebene, in Beratungsunternehmen oder IT-Industrie.

Berichte, Dokumente und Links