Arbeitsgruppe für Wirtschaftsethik und Wirtschaftskultur
Die Arbeitsgruppe für Wirtschaftsethik und Wirtschaftskultur ist ein Forum für die wissenschaftliche und aktuelle Diskussion der Wirtschaftsethik und Wirtschaftsphilosophie der DGPhil. Es dient der Analyse und Diskussion für alle Probleme der Wirtschafts- und Unternehmensethik sowie Wirtschaftsphilosophie. Es dient der Förderung der Rolle der philosophischen Ethik und systematischen Philosophie in der Grundlegung der Wirtschafts- und Unternehmensethik.
Vorsitzender:
Professor Dr. Dr. h.c. Peter Koslowski
Department of Philosophy
Vrije Universiteit Amsterdam
De Boelelaan 1105
NL-1081 HV Amsterdam
Tel. (+31-20) 598 86 29 Fax (+31-20) 598 66 35
- Mitgliederverzeichnis
- Aktuelle Jahretagung
- Tagungen der Arbeitsgruppe und ihre Publikationen 1998-2009
- Stellungnahmen
Aktuelle Jahrestagung
12th Annual Conference 2009 of the
FORUM FOR BUSINESS ETHICS UND BUSINESS CULTURE
Corporate Citizenship and New Governance –
The Political Role of Corporative Actors in Societal Rule-Setting Processes
Lutherstadt Wittenberg, Germany
26 -28 November 2009
Conference Objectives
Content
In the course of globalization, traditional forms of governmental rule-setting processes increasingly hit the wall. In view of the internationalization of the (global) economy and the free movement of capital, new instruments of political coordination are needed, involving corporate actors, civil society organizations, and government(s). These societal changes trigger two closely intertwined challenges – both for theory and practice.
One challenge relates to the role and the self-conceptualization of business firms as corporate citizens within society. Companies are increasingly expected to assume the social responsibility of helping to shape the rule-framework of globalization (Corporate Citizenship).
The second challenge refers to the form of the engagement in local, national and international processes of governance. In order to more credibly and effectively tackle these challenges, corporate actors are ever more participating in rule-setting processes together with civil society organizations and the government (New Governance).
Stellungnahmen
Wirtschaftsethik als Aufgabe der Philosophie stärken!
Entschließung des Ausschusses Wirtschaftsethik und des Vorstandes der Allgemeinen Gesellschaft für Philosophie in Deutschland zur Lage des Faches Wirtschaftsethik in Deutschland
Die Allgemeine Gesellschaft für Philosophie in Deutschland beobachtet mit Sorge, dass an verschiedenen Universitäten Lehrstühle oder Professuren für Wirtschaftsethik ausgeschrieben wurden, die dann entweder nicht besetzt wurden oder in deren Berufungsvorschlägen zu wenig Wert auf die Kompetenz der Bewerber in der philosophischen Ethik gelegt wurde. Die Allgemeine Gesellschaft für Philosophie in Deutschland hält eine stärkere Förderung des Faches Wirtschaftsethik für notwendig. Gegenwärtig ist an den deutschen Universitäten nur ein einziger Lehrstuhl für Wirtschaftsethik besetzt. Mit einem einzigen Lehrstuhl für Wirtschaftsethik in Deutschland werden nicht einmal die Mindestanforderungen für eine wissenschaftliche Grundversorgung erfüllt. So stehen der einen Professur für Wirtschaftsethik in Deutschland etwa 40-50 Professuren in den USA gegenüber.
Ein ausreichendes Interesse an der Vertretung des Faches Wirtschaftsethik durch Professoren in den Fachbereichen für Wirtschaftswissenschaft ist derzeit nicht erkennbar. Daher sieht es das Forum Wirtschaftsethik für notwendig an, das Fach Wirtschaftsethik stärker in den Instituten und Fakultäten für Philosophie zu verankern. Es sollten entweder neue Professuren für Wirtschaftsethik im Fach Philosophie geschaffen oder bestehende Professuren für Praktische Philosophie oder für Ethik verstärkt mit dem Spezialgebiet Wirtschaftsethik versehen werden. So sollten Professuren für Praktische Philosophie mit Schwerpunkt Wirtschaftsethik oder Professuren für Allgemeine Ethik oder Angewandte Ethik, jeweils mit Schwerpunkt Wirtschaftsethik, umgewidmet werden. Diese Professuren könnten dann auch Servicefunktionen für die wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten erfüllen und Vorlesungen und Seminare für Studierende der Wirtschaftswissenschaften anbieten sowie Prüfungen im Wahlfach Wirtschaftsethik abnehmen.
Eine Verankerung des Faches Wirtschaftsethik in der Philosophie entspricht auch einer aus der Wirtschaft erkennbaren Nachfrage nach Wirtschaftsphilosophie bzw. stärkerer philosophischer Beratung der Wirtschaftspraxis.
Die Allgemeine Gesellschaft für Philosophie fordert deshalb auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Max-Planck-Gesellschaft sowie die Alexander von Humboldt-Stiftung auf, das Fach Wirtschaftsethik stärker in ihrer Förderung zu berücksichtigen.
Bonn und Hannover, den 6. Februar 2002
Für die Allgemeine Gesellschaft für Philosophie in Deutschland: gez. Prof. Dr. Wolfram Hogrebe, Präsident
Für den Ausschuss Wirtschaftsethik der Allgemeinen Gesellschaft für Philosophie in Deutschland: gez. Prof. Dr. phil. Dr. oec. h.c. Peter Koslowski, Vorsitzender