Frauen in der Geschichte der Philosophie

Die Erforschung der Geschichte der Philosophinnen ist heute international etabliert und hat sich in den letzten dreißig Jahren zu einem wichtigen Bereich der kritischen Philosophiegeschichtsforschung entwickelt.
Mit dieser Arbeitsgruppe soll im Rahmen der Deutschen Gesellschaft für Philosophie ein Ort des Austausches und der Information zur Geschichte der Philosophinnen geschaffen werden, um dieses Wissen dem interessierten Fachpublikum zugänglich zu machen.
Leitung der Arbeitsgruppe: Prof. Dr. Ruth Hagengruber, Universität Paderborn, ruth.hagengruber@upb.de


TERMINE

Kommende Veranstaltungen:

Tagung: Philosophinnen in Studium und Schule 29.7.-2.8.2019
Die Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, Lehrmaterial zum Thema Geschichte der Philosophinnen zusammen zu tragen und es für die Lehre der Philosophie in Studium und Schule aufzubereiten. Bei der Gründung der Arbeitsgruppe Frauen in die Philosophie der Deutschen Gesellschaft für Philosophie wurde beschlossen, eine Tagung zu diesem Thema durchzuführen. Diese ist nun für den Sommer 2019 vorgesehen. Ein Planungsworkshop hat am 26.10.18 bereits stattgefunden (siehe unten). Bitte wenden Sie sich bei Interesse oder mit Vorschlägen und Nachfragen an ruth.hagengruber@upb.de.

Die Libori Summer School 2019 “Philosophinnen in Studium und Schule” bietet Anregungen, auf welche Weise Texte von Philosophinnen in den Universitätsunterricht und auch Schulunterricht eingebunden werden können. In diesem Jahr werden zwei parallele Libori-Sommerschulen durchgeführt, eine in englischer und eine in deutscher Sprache.

Unsere eingeladenen Gäste für die englische Sektion sind: Sarah Hutton, Universität York, Großbritannien; Sabrina Ebbersmeyer, Universität Kopenhagen, Dänemark; Ronny Miron, Bar-Ilan-Universität, Tel Aviv; Luka Borsic und Ivana Skuhala Karasman, Universität Zagreb, Kroatien; Antonio Calcagno, Kings College, London, Ontario, Kanada.

Die deutsche Sektion der Libori Summer School 2019 am Center for the History of Women Philosophers wird in diesem Jahr in Kooperation mit der Arbeitsgruppe Frauen in der Geschichte der Philosophie stattfinden. In dieser Sektion stellen Sabrina Ebbersmeyer (Universität Kopenhagen), Julia Lerius, Ana Rodrigues, Julia Mühl, Jessica Harmening und Ruth Hagengruber (alle Universität Paderborn) ausgewählte Beispiele vor.

Einsendungen für den Call for Paper für diese Sektion der Libori Summer School werden in deutscher Sprache erbeten. Der Call for Paper finden Sie hier. Für Informationen zum Programm, besuchen Sie unseren Newsletter oder folgen Sie unseren Ankündigungen auf Twitter/Facebook.

Die angebotenen Lehreinheiten behandeln Texte von: Aesara von Lucanien, Hildegard von Bingen, Elisabeth von Böhmen, Anne Conway, Émilie du Châtelet, Charlotte Perkins Gilman, Helene Druskowitz, Gerda Walther, Hedwig Conrad-Martius und Edith Stein.

Die angemeldete Teilnahme an der Libori Summer School 2019 wird durch ein Zertifikat bestätigt. Die Veranstaltung beginnt am Montag, dem 29. Juli 1919 um 09:30 Uhr mit dem Eröffnungsvortrag von Ruth Hagengruber und endet am Freitag den 02.08.2019 um 18:00 Uhr mit der Abschlussveranstaltung; mit Übergabe der Zertifikate und Verleihung des Elisabeth von Böhmen-Preises 2019.
Bitte kümmern Sie sich rechtzeitig um Ihre Unterkunft. In Paderborn findet das Libori-Fest statt.

 

Vergangene Veranstaltungen:

Workshop: Philosophinnen in Studium und Schule (26.10.18)
Auf keinem Gebiet der Philosophiegeschichte sind in den letzten 30 Jahren so einschneidend neue Erkenntnisse erlangt worden, wie in der Erforschung der Werke der Philosophinnen. Vor uns liegt ein immenses Material, das uns über die Geschichte der Philosophinnen von der Antike bis heute informiert. Es ist ein mächtiger Mythos der europäischen Kulturgeschichte, der besagt, dass Frauen an ihr keinen Anteil beziehungsweise nichts zu ihr beigetragen haben. Verschiedene Disziplinen arbeiten intensiv an der Richtigstellung dieser Erzählung und konfrontieren sie mit den Realitäten. In nahezu allen Disziplinen und Epochen finden wir herausragende Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Schriftstellerinnen. Auch die Philosophie weist in den 2600 Jahren griechisch-europäischer Geschichte eine reiche philosophische Tradition auf, die von Frauen geschaffen wurde. Seit ihren Anfängen im antiken Griechenland und noch davor bei den Pythagoreern waren Frauen an der Ausbildung philosophischen Gedankenguts beteiligt und berühmt. Mehr als zwei Jahrtausende lang haben Frauen die philosophische Theoriebildung mitgeprägt. Sie waren mitunter zu ihren Lebzeiten berühmt, in der Überlieferung gerieten sie aber oft in Vergessenheit. Die Abwesenheit der Frauen erscheint so als Resultat einer Ausgrenzung, deren Folgen noch heute die Lehre der Philosophie im Studium und an den Schulen prägen. Die Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, Lehrmaterial zusammen zu tragen und es für die Lehre der Philosophie in Studium und Schule aufzubereiten.
Bei der Gründung der Arbeitsgruppe Frauen in der Geschichte der Philosophie der Deutschen Gesellschaft für Philosophie wurde beschlossen, eine Tagung zu diesem Thema durchzuführen. Da zwei renommierte Philosophinnen und Mitglieder der Arbeitsgruppe derzeit in Paderborn am Center forschen und lehren (Prof. Dr. Karen Green, Melbourne University, Australia und Prof. Dr. Sarah Hutton, University of York, England) haben wir diese Gelegenheit genutzt und zu einem vorbereitenden Treffen eingeladen, bei dem die Ziele und der Aufbau des Vorhabens diskutiert wurden. 
Ein ausführlicher Bericht der Ergebnisse folgt in Kürze.

Philosophinnen im Philosophieunterricht. Ein Handbuch. 2015 eds. Ruth Hagengruber & Johannes Rohbeck. Dresden: Thelem
Hagengruber, Ruth. 2016. „Philosophinnen in der Schule". In: Brüning, Barbara (ed):Ethik/Praktische Philosophie Didaktik - Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II. Berlin: Cornelsen, 134-144.

1.  Treffen der Arbeitsgruppe (17.05.18)
Anlässlich ihres 400. Geburtstags standen die Tage vom 17.-20.05.18 ganz im Zeichen der Philosophin und Fürstbischöfin Elisabeth von Böhmen und Herford. Den Auftakt machten am 17.05.18 der Nachwuchs-Workshop Elisabeth of Bohemia - Women and Early Modern Philosophy und die Graduiertenkonferenz der Arbeitsgruppe Frauen in der Geschichte der Philosophie am Center for the History of Women Philosophers and Scientists an der Universität Paderborn. Der Workshop wurde von der Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Sabrina Ebbersmeyer, Prof. Dr. Sarah Hutton und Prof. Dr. Ruth Hagengruber in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Philosophie und dem Center for the History of Women Philosophers organisiert und hat wesentlich dazu beigetragen, die Zusammenarbeit der Nachwuchswissenschaftler/innen auf dem Forschungsgebiet Philosophinnen der frühen Neuzeit zu fördern. Anschließend fand das erste Treffen der Arbeitsgruppe in Anwesenheit der beratenden Mitglieder Prof. Dr. Sarah Hutton und Prof. Dr. Sabrina Ebbersmeyer, Dr. Rodney Parker sowie der Leiterin der AG, Prof. Dr. Ruth Hagengruber, statt, die auch die Sitzung leitete. Aufgrund der zahlreichen Anmeldungen für den Workshop musste die vorgesehene Zeit für das Treffen der AG (siehe Newsletter vom Dez. 2017) auf 17 Uhr verschoben werden. Die Themen und Ergebnisse der Besprechung der Arbeitsgruppe sind diesem Protokoll zu entnehmen.
An English version can be found here.
Im Anschluss fand die dreitägige internationale Konferenz zum 400. Geburtstag Elisabeth von Böhmen und Herfords mit dem Thema „Elisabeth of Bohemia (1618-1680) - Life and Legacy. Philosophy, Politics and Religion in Seventeenth Century Europe“ (18.-20.05.2018) statt, die durch die Unterstützung der Fritz Thyssen Stiftung ermöglicht wurde und zu der Prof. Dr. Sabrina Ebbersmeyer, Prof. Dr. Sarah Hutton und Prof. Dr. Ruth Hagengruber zahlreiche international renommierte RednerInnen einluden. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde erstmalig der Ulrike Detmers Elisabeth von Böhmen und Herford Preis 2018 an Dr. Lisa Shapiro verliehen.
Einen Bericht zu den Veranstaltungen finden Sie hier.

EVENTKALENDER
Eine Übersicht über Veranstaltungen zu Frauen in der Geschichte der Philosophie finden Sie hier.
Bitte melden Sie uns weitere Veranstaltungen per E-Mail an events@historyofwomenphilosophers.org.

NEWSLETTER
Dez. 2017

ALLGEMEINE INFORMATIONEN
(28. September 2017)
Die Arbeitsgruppe definiert ihre Arbeitsbereiche wie folgt:
1.     Die Arbeitsgruppe übernimmt kurative Aufgaben, indem sie die
- Sammlung,
- Sicherung und
- Bereitstellung der bereits vorhandenen Wissensressourcen betreibt.
 2.     Die Arbeitsgruppe widmet sich der Erforschung der Philosophiegeschichte der Philosophinnen, durch
- die Identifikation relevanter Epochen und einzelner Figuren,
- die Rekonstruktion ideengeschichtlichen Traditionen,
- deren Kontextualisierung und
- die kritische Rezeptionsanalyse.
3.   Ferner sollen diese Ergebnisse für die institutionalisierte Lehre fruchtbar, in den Kanon integriert und für Schule und Studium erschlossen und aufgearbeitet werden.
4.   Die Arbeitsgruppe versteht sich als eine Plattform des Austausches. Dies geschieht durch
- die Zusammenführung von Forschungsinteressierten und Forschungsaktivitäten,
- die Durchführung von Arbeitstreffen,
- den Aufbau eines internationalen Netzwerkes sowie
- Publikationen.

Mitglieder der Arbeitsgruppe

Prof. Ruth Hagengruber (Universität Paderborn, Leitung der Arbeitsgruppe), Prof. Dr. Andrea Esser (Universität Jena) Prof. Dr. Peter Adamson (Ludwig-Maximilians-Universität München und King's College, London)

Wer Interesse an der Mitarbeit hat, kann sich gerne bei der Leitung der Arbeitsgruppe melden: ruth.hagengruber@upb.de

Die Arbeitsgruppe kooperiert mit nationalen und internationalen Expertinnen und Experten:
Prof. Dr. Antonio Calcagno (King's University College, Kanada); Prof. Dr. Sabrina Ebbersmeyer (University of Copenhagen, Dänemark), Prof. Dr. Karen Green (University of Melbourne, Australien); Prof. Dr. Sarah Hutton (University of York, England), Prof. Dr. Jeff K. McDonough (Harvard University, USA), Prof. Dr. Ronny Miron (Bar-Ilan-University, Israel), Dr. Rodney K.B. Parker (Center History of Women Philosophers and Scientists, Universität Paderborn, Deutschland), Prof. Dr. Dominik Perler (Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland); Prof. Dr. Johannes Rohbeck (Technische Universität Dresden, Deutschland); Prof. Dr. Mary Ellen Waithe (Cleveland State University/Washington, D.C., USA)

Die Schwerpunkte liegen in der Erschließung folgender Bereiche:
-        Phänomenologinnen
-        Philosophinnen in der Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts
-        Philosophinnen zwischen Leibniz und Kant
-        Elisabeth von Böhmen/Herford und ihr Netzwerk
Angedacht sind ferner (nach Interessensbekundung):
-        Philosophinnen im Mittelalter
-        Philosophinnen der Antike
Die Forschung der Arbeitsgruppe will produktiv und kritisch an die Tradition der Philosophiegeschichtsschreibung anschließen und dabei einen bislang wenig vertrauten Horizont aufzeigen. Diese Forschung versteht sich in einem originären Sinne als ein Beitrag zur Vertiefung und Erneuerung des philosophiehistorischen Denkens.
Beachten Sie auch den Web-Auftritt des Center for the History of Women Philosophers and Scientists.

Leitung
Prof. Dr. Ruth Hagengruber
Universität Paderborn
Fachleitung Philosophie, Institut für Humanwissenschaften
+49 5251 60-2308
ruth.hagengruber@upb.de
Besucher:
Pohlweg 55
33098 Paderborn
Postanschrift:
Warburger Str. 100
33098 Paderborn