Frauen in der Geschichte der Philosophie

Die Erforschung der Geschichte der Philosophinnen ist heute international etabliert und hat sich in den letzten dreißig Jahren zu einem wichtigen Bereich der kritischen Philosophiegeschichtsforschung entwickelt.
Mit dieser Arbeitsgruppe soll im Rahmen der Deutschen Gesellschaft für Philosophie ein Ort des Austausches und der Information zur Geschichte der Philosophinnen geschaffen werden, um dieses Wissen dem interessierten Fachpublikum zugänglich zu machen.
Leitung der Arbeitsgruppe: Prof. Dr. Ruth Hagengruber, Universität Paderborn, ruth.hagengruber@upb.de


HINWEISE

XVIII. Symposium der International Association of Women Philosophers: Defining the Future, Rethinking the Past

Das XVIII. Symposium findet der International Association of Women Philosophers findet vom 18. bis 21. Juli 2021 in Kooperation mit dem Center for the History of Women Philosophers and Scientists an der Universität Paderborn statt. Die International Association of Women Philosophers (IAPh) ist eine bedeutende Organisation, die sich der Förderung von Frauen in der Philosophie verschrieben hat. 1967 in Deutschland gegründet, ist sie heute ein internationales Netzwerk für alle Frauen in der Philosophie, das alle philosophischen Disziplinen und sowohl feministische Philosophie als auch die Geschichte der Philosophinnen umfasst. Die IAPh 2021 wird sich mit den eindringlichsten Problemen unserer Zeit befassen: in Zeiten des unaufhaltbaren technologischen Fortschritts, des Klimawandel und ökonomischen Aufruhrs werden Beiträge von Philosophinnen zu Philosophie der Ökonomie, Technologie und Umweltethik gesucht.

Wie umgehen mit Rassismus, Sexismus und Antisemitismus in klassischen Werken der Philosophie?

Hiermit möchten wir Sie auf ein Projekt der Universität Jena zum Thema "Wie umgehen mit Rassismus, Sexismus und Antisemitismus in klassischen Werken der Philosophie?" hinweisen. Die Webseite bietet ein informatives Angebot am Beispiel der Werke Kants, das sowohl eine Grundlage für die Auseinandersetzung mit RSA in der Philosophie als auch philosophische Mittel zum Umgang mit RSA bereitstellt.

Doktorandenkolloquium "Edith Steins Leben und Werk"

Das Doktorandenkolloquium "Edith Steins Leben und Werk" findet voraussichtlich am 26. September 2020 am Edith-Stein-Archiv zu Köln statt. Das Kolloquium zielt darauf ab, Forscher unterschiedlicher Disziplinen zusammenzubringen und einen fruchtbaren Austausch über Edith Stein zu fördern. Die Themenbereiche der Vorträge sollen Beiträge zu Edith Steins Leben und Wirken zu ihren Lebzeiten, zu ihren Schriften, ihrer Lehre und zur Aktualität ihres Denkens umfassen. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

TERMINE

Kommende Veranstaltungen:

XXV. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Philosophie

Vom 5. bis 8. September 2021 findet an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) in Erlangen der XXV. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Philosophie zum Thema „Das Wahre, Gute und Schöne” statt. Für alle, die an der Geschichte der Philosophinnen interessiert sind, besteht die Möglichkeit, einen Beitrag in der Sektion 15 “History of Women Philosophers” einzureichen. Mehr Informationen finden Sie hier. Außerdem findet im Rahmen des Kongresses ein Workshop der AG statt:

AG Frauen in der Geschichte der Philosophie

Montag, 06.09.2021 | 09:00 – 11:00 | Gebäude, Raum

Mit dieser Arbeitsgruppe soll im Rahmen der Deutschen Gesellschaft für Philosophie ein Ort des Austausches und der Information zur Geschichte der Philosophinnen geschaffen werden. Hier wollen wir gemeinsam Themen und Veranstaltungen planen, um dieses Wissen dem interessierten Fachpublikum zugänglich zu machen und auch für den Schulunterricht aufzubereiten.

Die Erforschung der Geschichte der Philosophinnen ist heute international etabliert und hat sich in den letzten dreißig Jahren zu einem wichtigen Bereich der kritischen Philosophiegeschichtsforschung entwickelt. Diesen Veränderungen will die Arbeitsgemeinschaft durch Workshops und Publikationen Rechnung tragen.
Hierzu wird es Impulsvorträge (ca. 15 min) geben.

Ruth Hagengruber, Paderborn
Einführung: - Eine kritische Revision des Kanons.
2600 Jahre Geschichte der Philosophinnen in der westlichen Philosophie.

Sabrina Ebbersmeyer, Kopenhagen
Feminismus als Herausforderungen für die Historiographie der Philosophie in Renaissance und Früher Neuzeit

Katrin Wille, Hildesheim
Pragmatistinnen und ihre Themen im historischen Kontext.

Im Anschluss daran geht es um Vernetzung und Kooperationen.
Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnahme und neue Ideen.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Kontakt

Prof. Dr. Ruth Hagengruber (Paderborn)
ruth.hagengruber@uni-paderborn.de

 

Vergangene Veranstaltungen:

Tagung: Philosophinnen in Studium und Schule 29.7.-2.8.2019
Die Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, Lehrmaterial zum Thema Geschichte der Philosophinnen zusammen zu tragen und es für die Lehre der Philosophie in Studium und Schule aufzubereiten. Bei der Gründung der Arbeitsgruppe Frauen in der Geschichte der Philosophie der Deutschen Gesellschaft für Philosophie wurde beschlossen, eine Tagung zu diesem Thema durchzuführen. Diese hat im Sommer 2019 im Rahmen der Libori Summer School erfolgreich stattgefunden. 

Die Libori Summer School 2019 “Philosophinnen in Studium und Schule” beschäftigte sich mit Anregungen, auf welche Weise Texte von Philosophinnen in den Universitätsunterricht und auch Schulunterricht eingebunden werden können. In diesem Jahr wurden zwei parallele Libori-Sommerschulen durchgeführt, eine in englischer und eine in deutscher Sprache. Die internationale Sektion profitierte von einem großen Zulauf an Teilnehmern aus aller Welt, während die kleinere, deutsche Sektion auf enge Zusammenarbeit in kleinen Gruppen setzte. Ein ausführlicher Bericht der Tagung folgt in Kürze. Ein Konferenzband mit den besten Beiträgen, der Anwendungsbeispiele und Lehrmaterial zur Verfügung stellt, wird in der Springer Serie Frauen in Philosophie und Wissenschaft - Women Philosophers and Scientists erscheinen, herausgegeben von Prof. Dr. Ruth Hagengruber und Prof. Dr. Maria Nühlen. Interessierte wenden sich hierzu bitte an ruth.hagengruber@upb.de. Darüber hinaus fand die Veranstaltung in Kooperation mit dem Paderborner Zentrum für Bildungsforschung und Lehrerbildung PLAZ statt, um Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit zu geben, sich die Teilnahme als Fortbildung bescheinigen lassen, und so Philosophinnen in die Lehrerausbildung einzubringen.

Ein Highlight der Tagung war die Diskussionsveranstaltung "Philosophinnen in Kanon?" mit Prof. Dr. Dr. h. c. Dieter Birnbacher. Am Mittwoch, den 31. Juli 2019, debattierten Dieter Birnbacher (Universität Düsseldorf), Ruth Hagengruber (Universität Paderborn), Sarah Hutton (University of York, GB) und Maria Nühlen (Hochschule Merseburg) mit Sabrina Ebbersmeyer (Universität Kopenhagen) als Moderatorin mit dem Publikum die Frage, in welcher Form Philosophinnen Teil des Lehrplans sein können. Wegen des großen internationalen Überhangs wurde die Diskussionsrunde in deutscher und englischer Sprache durchgeführt. Sowohl die Podiumsdiskussion als auch ein Interview mit Dieter Birnbacher in dem Format Conversations with Diotima werden in Kürze online bereitgestellt und verlinkt. Ein weiteres Highlight war die Verleihung des von Prof. Ulrike Detmers gestifteten  Elisabeth von Böhmen-Preises 2019 an Prof. em. Mary Ellen Waithe (Cleveland State University) für ihre Verdienste zur Würdigung des Beitrags von Philosophinnen zur Philosophiegeschichte. 

Workshop: Philosophinnen in Studium und Schule (26.10.18)
Auf keinem Gebiet der Philosophiegeschichte sind in den letzten 30 Jahren so einschneidend neue Erkenntnisse erlangt worden, wie in der Erforschung der Werke der Philosophinnen. Vor uns liegt ein immenses Material, das uns über die Geschichte der Philosophinnen von der Antike bis heute informiert. Es ist ein mächtiger Mythos der europäischen Kulturgeschichte, der besagt, dass Frauen an ihr keinen Anteil beziehungsweise nichts zu ihr beigetragen haben. Verschiedene Disziplinen arbeiten intensiv an der Richtigstellung dieser Erzählung und konfrontieren sie mit den Realitäten. In nahezu allen Disziplinen und Epochen finden wir herausragende Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Schriftstellerinnen. Auch die Philosophie weist in den 2600 Jahren griechisch-europäischer Geschichte eine reiche philosophische Tradition auf, die von Frauen geschaffen wurde. Seit ihren Anfängen im antiken Griechenland und noch davor bei den Pythagoreern waren Frauen an der Ausbildung philosophischen Gedankenguts beteiligt und berühmt. Mehr als zwei Jahrtausende lang haben Frauen die philosophische Theoriebildung mitgeprägt. Sie waren mitunter zu ihren Lebzeiten berühmt, in der Überlieferung gerieten sie aber oft in Vergessenheit. Die Abwesenheit der Frauen erscheint so als Resultat einer Ausgrenzung, deren Folgen noch heute die Lehre der Philosophie im Studium und an den Schulen prägen. Die Arbeitsgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, Lehrmaterial zusammen zu tragen und es für die Lehre der Philosophie in Studium und Schule aufzubereiten.
Bei der Gründung der Arbeitsgruppe Frauen in der Geschichte der Philosophie der Deutschen Gesellschaft für Philosophie wurde beschlossen, eine Tagung zu diesem Thema durchzuführen. Da zwei renommierte Philosophinnen und Mitglieder der Arbeitsgruppe derzeit in Paderborn am Center forschen und lehren (Prof. Dr. Karen Green, Melbourne University, Australia und Prof. Dr. Sarah Hutton, University of York, England) haben wir diese Gelegenheit genutzt und zu einem vorbereitenden Treffen eingeladen, bei dem die Ziele und der Aufbau des Vorhabens diskutiert wurden. 
Ein ausführlicher Bericht der Ergebnisse folgt in Kürze.

Philosophinnen im Philosophieunterricht. Ein Handbuch. 2015 eds. Ruth Hagengruber & Johannes Rohbeck. Dresden: Thelem
Hagengruber, Ruth. 2016. „Philosophinnen in der Schule". In: Brüning, Barbara (ed):Ethik/Praktische Philosophie Didaktik - Praxishandbuch für die Sekundarstufe I und II. Berlin: Cornelsen, 134-144.

1.  Treffen der Arbeitsgruppe (17.05.18)
Anlässlich ihres 400. Geburtstags standen die Tage vom 17.-20.05.18 ganz im Zeichen der Philosophin und Fürstbischöfin Elisabeth von Böhmen und Herford. Den Auftakt machten am 17.05.18 der Nachwuchs-Workshop Elisabeth of Bohemia - Women and Early Modern Philosophy und die Graduiertenkonferenz der Arbeitsgruppe Frauen in der Geschichte der Philosophie am Center for the History of Women Philosophers and Scientists an der Universität Paderborn. Der Workshop wurde von der Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Sabrina Ebbersmeyer, Prof. Dr. Sarah Hutton und Prof. Dr. Ruth Hagengruber in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Philosophie und dem Center for the History of Women Philosophers organisiert und hat wesentlich dazu beigetragen, die Zusammenarbeit der Nachwuchswissenschaftler/innen auf dem Forschungsgebiet Philosophinnen der frühen Neuzeit zu fördern. Anschließend fand das erste Treffen der Arbeitsgruppe in Anwesenheit der beratenden Mitglieder Prof. Dr. Sarah Hutton und Prof. Dr. Sabrina Ebbersmeyer, Dr. Rodney Parker sowie der Leiterin der AG, Prof. Dr. Ruth Hagengruber, statt, die auch die Sitzung leitete. Aufgrund der zahlreichen Anmeldungen für den Workshop musste die vorgesehene Zeit für das Treffen der AG (siehe Newsletter vom Dez. 2017) auf 17 Uhr verschoben werden. Die Themen und Ergebnisse der Besprechung der Arbeitsgruppe sind diesem Protokoll zu entnehmen.
An English version can be found here.
Im Anschluss fand die dreitägige internationale Konferenz zum 400. Geburtstag Elisabeth von Böhmen und Herfords mit dem Thema „Elisabeth of Bohemia (1618-1680) - Life and Legacy. Philosophy, Politics and Religion in Seventeenth Century Europe“ (18.-20.05.2018) statt, die durch die Unterstützung der Fritz Thyssen Stiftung ermöglicht wurde und zu der Prof. Dr. Sabrina Ebbersmeyer, Prof. Dr. Sarah Hutton und Prof. Dr. Ruth Hagengruber zahlreiche international renommierte RednerInnen einluden. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde erstmalig der Ulrike Detmers Elisabeth von Böhmen und Herford Preis 2018 an Dr. Lisa Shapiro verliehen.
Einen Bericht zu den Veranstaltungen finden Sie hier.

EVENTKALENDER
Eine Übersicht über Veranstaltungen zu Frauen in der Geschichte der Philosophie finden Sie hier.
Bitte melden Sie uns weitere Veranstaltungen per E-Mail an events@historyofwomenphilosophers.org.

NEWSLETTER

ALLGEMEINE INFORMATIONEN
(28. September 2017)
Die Arbeitsgruppe definiert ihre Arbeitsbereiche wie folgt:
1.     Die Arbeitsgruppe übernimmt kurative Aufgaben, indem sie die
- Sammlung,
- Sicherung und
- Bereitstellung der bereits vorhandenen Wissensressourcen betreibt.
 2.     Die Arbeitsgruppe widmet sich der Erforschung der Philosophiegeschichte der Philosophinnen, durch
- die Identifikation relevanter Epochen und einzelner Figuren,
- die Rekonstruktion ideengeschichtlichen Traditionen,
- deren Kontextualisierung und
- die kritische Rezeptionsanalyse.
3.   Ferner sollen diese Ergebnisse für die institutionalisierte Lehre fruchtbar, in den Kanon integriert und für Schule und Studium erschlossen und aufgearbeitet werden.
4.   Die Arbeitsgruppe versteht sich als eine Plattform des Austausches. Dies geschieht durch
- die Zusammenführung von Forschungsinteressierten und Forschungsaktivitäten,
- die Durchführung von Arbeitstreffen,
- den Aufbau eines internationalen Netzwerkes sowie
- Publikationen.

Mitglieder der Arbeitsgruppe

Prof. Ruth Hagengruber (Universität Paderborn, Leitung der Arbeitsgruppe); Prof. Dr. Andrea Esser (Universität Jena); Prof. Dr. Peter Adamson (Ludwig-Maximilians-Universität München und King's College, London); Prof. Dr. Sabrina Ebbersmeyer (Universität Kopenhagen); Prof. Dr. Maria Nühlen (Hochschule Merseburg); Dr. Julia Borcherding (Universität New York und Cambridge); Dr. Ariane Schneck (Universität Bielefeld); Dr. Clara Carus (Harvard University).

Wer Interesse an der Mitarbeit hat, kann sich gerne bei der Leitung der Arbeitsgruppe melden: ruth.hagengruber@upb.de

Die Arbeitsgruppe kooperiert mit nationalen und internationalen Expertinnen und Experten:
Prof. Dr. Antonio Calcagno (King's University College, Kanada); Prof. Dr. Sabrina Ebbersmeyer (University of Copenhagen, Dänemark), Prof. Dr. Karen Green (University of Melbourne, Australien); Prof. Dr. Sarah Hutton (University of York, England), Prof. Dr. Jeff K. McDonough (Harvard University, USA), Prof. Dr. Ronny Miron (Bar-Ilan-University, Israel), Prof. Dr. Yasushi Kato (Graduate School of Social Sciences, Japan), Prof. Dr. Yuko Murakami (Rikkyo University , Japan), Dr. Rodney K.B. Parker (Dominican University College, Kanada), Prof. Dr. Dominik Perler (Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland); Prof. Dr. Johannes Rohbeck (Technische Universität Dresden, Deutschland); Prof. Dr. Mary Ellen Waithe (Cleveland State University/Washington, D.C., USA)

Die Schwerpunkte liegen in der Erschließung folgender Bereiche:
-        Phänomenologinnen
-        Philosophinnen in der Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts
-        Philosophinnen zwischen Leibniz und Kant
-        Elisabeth von Böhmen/Herford und ihr Netzwerk
Angedacht sind ferner (nach Interessensbekundung):
-        Philosophinnen im Mittelalter
-        Philosophinnen der Antike
Die Forschung der Arbeitsgruppe will produktiv und kritisch an die Tradition der Philosophiegeschichtsschreibung anschließen und dabei einen bislang wenig vertrauten Horizont aufzeigen. Diese Forschung versteht sich in einem originären Sinne als ein Beitrag zur Vertiefung und Erneuerung des philosophiehistorischen Denkens.
Beachten Sie auch den Web-Auftritt des Center for the History of Women Philosophers and Scientists.

Leitung
Prof. Dr. Ruth Hagengruber
Universität Paderborn
Fachleitung Philosophie, Institut für Humanwissenschaften
+49 5251 60-2308
ruth.hagengruber@upb.de
Besucher:
Pohlweg 55
33098 Paderborn
Postanschrift:
Warburger Str. 100
33098 Paderborn