26.09.2022

Ein anderer Gott? Quellen und Konsequenzen des Gottesbegriffs von Hans Jonas

Ort: Hybridformat: Teilnahme an der Universität Siegen und digital möglich
Beginn: 26.09.2022 12:00
Ende: 27.09.2022 18:00

In seinem langen Forscherleben hat sich Hans Jonas immer auch mit dem Phänomen der „Religion“ befasst – von seinen frühen Beschäftigungen mit der Gnosis bis zu den „metaphysischen Vermutungen“ in seinem Spätwerk. Dabei ging es ihm nicht nur um religionsgeschichtliche Erkenntnisse oder religionsphilosophische Erwägungen. Ähnlich wie seinen Lehrer Rudolf Bultmann trieb auch ihn die Frage um, ob und wie die biblische Tradition, wie der jüdische und der christliche Glaube noch als plausibel und annehmbar erscheinen können – in einer von einem naturwissenschaftlich-technischen Denken und der Erinnerung an Auschwitz geprägten Gegenwart. In diesem Interesse schlug er eine Transformation der jüdischen wie christlichen Tradition vor. Er sprach von dem Verzicht auf die Vorstellung einer individuellen, eschatologischen Unsterblichkeit; er entwickelte einen neuartigen „Gottesbeweis“; er sprach von einem „nicht allmächtigen Gott“.

Die geplante Tagung fragt nach der Relevanz dieser Gedanken für heutige religionsphilosophische und theologische Entwürfe. Dabei stehen zwei Perspektiven im Vordergrund: die historische Spurensuche nach ähnlichen Gottesvorstellungen in der Geschichte von Judentum, Christentum und Islam. Solche Anknüpfungspunkte könnten die religiöse Aufnahme von Jonas‘ Anregungen erleichtern; und die gegenwärtige philosophische und theologische Debatten, in denen Jonas eine Rolle spielt oder spielen könnte.

 

Info u. Anmeldung: michael.bongardt@uni-siegen.de

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