13.02.2022

Warum Antisemitismus - Zur Politischen Theorie der Judenfeindschaft

E-Mail Adresse für Einreichungen: tagung@warum-antisemitismus.de
Deadline: 13.02.2022
Call-Bezeichnung: Call for Papers
Ort: Universität Duisburg-Essen
Datum: 06.05.2022
Ende: 08.05.2022 --:--
Veranstaltende Institution: Teilfinanzierung durch die Hans-Böckler-Stiftung

In Adornos Rezeption Freuds oder der Beschreibung Eichmanns durch Arendt wird der nationalso-zialistische Antisemitismus als ein Wunsch nach Auflösung des Individuums im Kollektiv beschrieben. Die Einzelnen erlebten sich als Teil einer Gemeinschaft, die ihr je individuelles Verhalten bestimmt und zu verantworten hat. Gleichwohl wird im Zuge aktueller antisemitische Praktiken ein Streben nach Befreiung von einer abstrakten Unterdrückung geäußert. Selbst zu denken, sich nicht anzupassen oder sich zu befreien, sind etwa zentrale Motive der aktuellen Querdenken-Proteste. Auch hier erscheint politische Praxis also nicht nur als heroischer Einsatz für das Kollektiv, sondern gleichermaßen als Bewährung des eigenen Handlungsvermögens und der individuellen Teilhabe an einer Gemeinschaft.

Welche Bedeutung kommt einem solchen antisemitischen Kollektiv zu, an das sich die Einzelnen in ihrer politischen Praxis binden und an dessen Ideologie sie sich orientieren? Hier stellt sich zentral die Frage nach dem Status des Kollektivs für das Subjekt. Zu prüfen wäre, ob die Diagnose einer Determinierung durch gesellschaftliche Herrschaftsstrukturen mit dem praxisrelevanten Selbstverständnis antisemitisch Handelnder übereinstimmen kann.

 

Keynote-Speaker: Prof. Dr. Roger Griffin (Oxford Brookes University)

Dateien:
1640071775-36.pdf98 Ki
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