01.06.2019

Philosophische Dimensionen des Impersonalen

E-Mail Adresse für Einreichungen: robert.lehmann@uni-greifswald.de
Deadline: 01.06.2019
Call-Bezeichnung: Call for Papers
Ort: Greifswald
Datum: 20.01.2020
Ende: 23.01.2020 --:--
Veranstaltende Institution: Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald

Das Phänomen des Impersonalen gerät der westlichen Philosophie zuerst in einem urteilstheoretischen Horizont in den Blick. Die grammatische Struktur natürlichsprachlicher Aussagen legt schon traditionell nahe, dass neben Existenzurteilen sogenannte Impersonalia, wie „es brennt“, die größte Herausforderung darstellen. Während die philosophische Orientierung an einem grammatischen Subjektbegriff Hand in Hand mit der Ausformung ontologischer und erkenntnistheoretischer Subjektbegriffe ging, wurde dem impersonalen Charakter subjektloser Sätze und Satzkonstruktionen erst in der mittelalterlichen Logik und Sprachphilosophie sowie in entsprechenden Debatten des ausgehenden 19. Jh. Aufmerksamkeit geschenkt. Die Dimension des Impersonalen und das Moment des Geschehens, das seine sprachliche Gestalt zum Ausdruck bringt, bezeugt aber einen philosophischen Gehalt, der weit über die Fragen logischer, grammatikalischer und linguistischer Untersuchungen hinausgeht. Lichtenbergs berühmtes Credo gegen das Cartesische Cogito: „Es denkt, sollte man sagen, so wie man sagt: es blitzt.“ kann daher als Ausdruck eines äußerst fruchtbaren Perspektivwechsels gelten.

 

Der Workshop will philosophische Voraussetzungen und Folgen eines solchen Perspektivwechsels in systematischer, historischer sowie interkultureller Perspektive ermitteln.

Dateien:
1553593858-9.pdf73 Ki
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