15.03.2019

„zu allem Physischen der Welt das Metaphysische“ – Schopenhauer und die Musik

Ort: Akademie St. Jakobushaus Goslar
Beginn: 15.03.2019 18:00
Ende: 17.03.2019 13:30

Schopenhauers Philosophie markiert am Anfang der industriellen Moderne das Ende des klassischen Denkens und seines Kunstbegriffs. Ihr Thema – das Verhältnis von Wille und Vorstellung sowie die davon untrennbare Ethik des Mitleids – steht in engem Zusammenhang mit seiner Konzeption der Musik. Das menschliche Dasein, „teils jämmerlich, teils schrecklich“, ist nur als Vorstellung zu ertragen, nur „durch die Kunst wiederholt, frei von Qual“. Den als Vorstellung gegenstandslos gewordenen Willen repräsentiert allein die gegenstandslose Kunst – die Musik.

Dieser radikal neue Begriff von Musik, sein Stellenwert in der Philosophie sowie seine Rezeption sollen im Seminar erschlossen und diskutiert werden. Thomas Mann bezeichnet Schopenhauers Hauptwerk als eine „viersätzige Symphonie”, die Musik werde „gefeiert, wie kein anderer Denker es je getan – einen völlig besonderen Platz weist er ihr nicht neben, sondern über den andern Künsten zu, weil sie nicht, wie diese, Abbild der Erscheinung, sondern unmittelbar Abbild des Willens selbst sei und also zu allem Physischen derWelt das Metaphysische, zu aller Erscheinung das Ding an sich darstelle“.

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