26.10.2018

Denken im Schatten des Nihilismus - Martin Buber und Friedrich Nietzsche

Ort: Heppenheim a.d. Bergstr.
Beginn: 26.10.2018 17:00
Ende: 28.10.2018 12:30

Im Horizont einer "Geschichte des europäischen Nihilismus" rekonstruiert Friedrich Nietzsche in den 1880er Jahren den Niedergang des platonisch-christlichen Wahrheits- und Gottesbegriffs sowie der christlichen Moral und somit den Verlust sinnstiftender Bezugspunkte für westlich gepräg-te Selbst- und Weltdeutungen des Menschen seit der Antike. Zugleich verweist Nietzsche mit sei-nem Konzept des "Übermenschen" auf die Selbstüberwindung des Nihilismus und die Setzung neuer Werte in einer Welt ohne metaphysische Deutungsangebote und Letztbegründungen. Buber war wie viele Intellektuelle der Jahrhundertwende vom Bemühen Nietzsches fasziniert, „die schwächliche Verlogenheit unserer Werte und Wahrheiten“ aufzudecken. Er startet sogar einen Versuch, Nietzsches „Zarathustra“ ins Polnische zu übersetzen. Aber sehr früh mischt sich in die Faszination auch schon deutliche Distanz: „Man muss von Nietzsche abfallen, um ihn liebgewinnen zu können“. Die Distanz gegenüber Nietzsche verstärkt sich bei Buber im Verlauf der Entwicklung des dialogischen Denkens bis hin zur philosophischen Ablehnung, wie seine Schrift „Das Problem des Menschen“ zeigt. Das bedeutet indessen nicht, dass die Faszination verschwunden wäre. Im Zentrum sowohl der Faszination als auch der Ablehnung steht der „Nihilismus“, „dieser unheimlichste aller Gäste“, wie Nietzsche ihn bezeichnete. Buber war überzeugt, dass sein Dialogdenken die Richtung zur Überwindung des Nihilismus anzeige.

 

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