15.11.2021

Mein Tod gehört mir - Zur Debatte um die Hilfe zur Selbsttötung

Ort: Friedrich-Schiller- Universität Jena
Beginn: 15.11.2021 10:00
Ende: 15.11.2021 18:00

Viele Menschen möchten anhaltendes Leid und Siechtum vor ihrem Tod nicht erfahren, sie haben Angst davor, die Selbstbestimmung zu verlieren oder der sogenannten Gerätemedizin ausgeliefert zu sein. Manchen erscheint der assistierte Suizid in einer solchen Situation als Möglichkeit, die Kontrolle über den eigenen Tod zu behalten. Im Februar 2020 erklärte das Bundesverfassungsgericht das Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe für verfassungswidrig und nichtig: Das grundgesetzlich verankerte allgemeine Persönlichkeitsrecht umfasse ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben, das auch die Freiheit einschließe, sich das Leben zu nehmen und hierbei auf die freiwillige Hilfe Dritter zurückzugreifen.

Während dieses Urteil für viele schwerstkranke und sterbewillige Menschen eine Erlösung bedeuten kann, wird es von Patientenverbänden und Kirchen scharf kritisiert. Sie befürchten, dass der assistierte Suizid zu schnell als Alternative zu einer aufwendigen Sterbebegleitung in Betracht gezogen wird. Das Thema der Suizidhilfe wird daher in wissenschaftlichen Fachkreisen und der Öffentlichkeit kontrovers und hochemotional diskutiert. Anlässlich des Thüringentag für Philosophie am 15.11.2021 werden Referentinnen und Referenten aus den Wissenschaftsbereichen Rechtswissenschaft, Medizin, Philosophie und Theologie ihre Positionen darstellen und sich darüber austauschen.

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