16.10.2020

Analoge Kompetenzen im digitalen Zeitalter. Die Lage in Zeiten von Corona

Ort: Darmstadt, Literaturhaus, Kasinostr 3.
Beginn: 16.10.2020 14:30
Ende: 17.10.2020 18:30

Das digitale Zeitalter kommt über uns wie eine Naturentwicklung. Doch es gibt keinen Zweifel daran, dass es von politisch-wirtschaftlichen Kräften vorangetrieben wird. Inzwischen hat die Digitalisierung der Gesellschaft durch die Corona-Krise einen ungeheuren Schub erhalten: Digitale Medien wurden weitgehend als Substitute für analoge Verhaltensweisen eingesetzt – von der Schule, über politische Konferenzen und Kulturkonsum bis zum e-commerce. Der breite öffentliche Diskurs über das Für und Wider dieser Entwicklung und die dazu eingerichteten Ethik-Kommissionen fordern allerdings nur, dass die Digitalisierung der Gesellschaft human gestaltet werden solle. Was man jedoch unter Digitalisierung in diesem Diskurs versteht, bleibt in Ermangelung von Alternativen im Dunkel; wichtiger noch: man fragt nicht danach, was im Rücken der Digitalisierungs-Entwicklung geschieht. Deshalb fragen wir nach den analogen Kompetenzen. Unsere These ist: die analogen Kompetenzen veröden, werden verlernt oder – in der heranwachsenden – Generation gar nicht erst erlernt. Das einfachste Beispiel dafür ist die Wirkung des alltäglich benutzten Navigationsgerätes: was dadurch verödet, ist die Fähigkeit der analogen Raumorientierung, d.h. durch Körpergefühl, Himmelsrichtungen, landmarks, Karten etc.

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