15.02.2019

Werte im Ethikunterricht – An den Grenzen der Wertneutralität

E-Mail Adresse für Einreichungen: tobias.gutmann@zlb.tu-chemnitz.de
Deadline: 15.02.2019
Call-Bezeichnung: Call for Papers
Ort: Chemnitz
Datum: 03.05.2019
Uhrzeit: 14:00 Uhr
Ende: 04.05.2019 15:00
Veranstaltende Institution: ZLB der TU Chemnitz

Das politische Klima in Deutschland ist rauer geworden. Diskriminierende Äußerungen, fremdenfeindliche Übergriffe, Angriffe auf Journalisten und eine sinkende Bereitschaft, sich mit den Argumenten der Gegenseite auseinanderzusetzen, scheinen mit einer zunehmend ablehnenden Haltung gegenüber der offenen Gesellschaft einherzugehen. Sowohl die Universitäten als auch die Schulen haben den Auftrag, derartigen Entwicklungen entgegenzuwirken, und dementsprechend häufen sich Forderungen nach einer Werterziehung auch im Ethikunterricht. Allerdings steht dieser Forderung ein historisch begründetes Unbehagen entgegen, den Schülerinnen und Schülern bestimmte Werte einfach zu diktieren. Weil zudem Werte in einer modernen pluralistischen Gesellschaft stets umstritten sind ist unklar, zu welchen Werten denn eigentlich erzogen werden soll. Aus diesen Gründen hat sich ein Fachverständnis etabliert, dem zufolge im Ethikunterricht ein Neutralitätsgebot gilt. Der heutige Ethikunterricht versteht sich demnach als Beitrag zur Ausbildung eines Urteilsvermögens, das es Schülerinnen und Schülern erlauben soll, sich selbst ein Bild zu machen. Dieses Verständnis ist allerdings selbst von Werten wie Autonomie, Offenheit und Toleranz geprägt und damit keinesfalls wertfrei. Offensichtlich führt demnach kein Weg an der Frage vorbei, in welcher Art und Weise sich der Ethikunterricht mit Werten befassen soll. Auf dem Workshop wollen wir Fragen diskutieren, die sich aus dieser Spannung ergben.

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